Brauchtum: Apfel als Silvesterorakel
Silvester ist für viele Menschen ein Tag, an dem gute Vorsätze für das neue Jahrgefasst werden. Hinzu kommen jede Menge alter Bräuche, die mit dem Jahreswechsel verbunden sind, so auch das orakeln mit dem Apfel als Hilfe für die Suche und Wahl des richtigen Partners.Jedes Jahr auf´s neue fragt man sich, was das neue Jahr wohl bringen mag? Dabei kommt auch heute noch dem alten Brauch des Orakeln eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu, auch wenn es bei vielen eher "just for fun" geschieht und um die Wartezeit bis Mitternacht zu verkürzen. elbst in der von vielen so geliebten "Flimmerkiste“ treten Wahrsagerinnen auf.
Beim „Apfel als Silvesterorakel“ geht es laut Überlieferung häufig um den zukünftigen Ehemann, zum Beispiel:
„In einigen Gegenden Deutschlands ... legen die Mädchen in der Silvesternacht so viele Äpfel unter das Kopfkissen, wie sie Verehrer haben. In jedem Apfel ist vorher der Name des Verehrers eingeschnitten worden. In der Dunkelheit greifen dann die Mädchen nach einem der Äpfel und essen ihn auf. Wessen Name auf dem verzehrten Apfel steht, der soll noch im nächsten Jahr der Ehemann werden.“
So könnte in Zusammenhang mit diesem Brauch auch die Redensart "Ich hab dich zum Fressen gern." entstanden sein.
Eine weitere Variante zum damals scheinbar wichtigsten Thema für ledige Mädchen/(Jung-) Frauen geht folgendermaßen:
„Die Mädchen schneiden aus Apfelschalen kleine Stücke, die in die Luft geworfen werden. Aus dem Durcheinander der niederfallenden Schalenstückchen versuchen dann die Mädchen einen Namenszug zu entziffern, der den Vornamen des Zukünftigen angeben soll.“
Es ist jedoch davon auszugehen, dass bei der Auflösung manchmal mehr der Wunsch Vater des Gedankens gewesen ist.
Ähnliches wurde auch mit den Apfelkernen praktiziert. Damit man auf die möglichen zukünftigen Konflikte vorbereitet war, wurde folgender Aberglaube überliefert:
„Wird beim Zerschneiden eines Apfels auch ein Kern zerschnitten, so soll das bedeuten, dass bald ein Zwist mit nächsten Freunden und Bekannten bevorsteht, und werden gar mehrere Kerne entzwei geschnitten, so heißt das, dass der Geliebte die Treue bricht.“
Ganz allgemein jedoch war man zur Jahreswende mehr oder weniger optimistisch gestimmt.